Wie Großstädte dem zunehmenden Verkehr entgegnen

Insbesondere die deutschen Metropolstädte sind in den vergangenen Jahren rapide gewachsen. Deutlich wird dies vor allem an den Immobilienpreisen: An vielen Orten sind die Mieten drastisch gestiegen. Zugleich scheint diese Entwicklung noch lange nicht ihr Ende gefunden zu haben. Experten sind sich darüber einig, dass die wirtschaftlich starken Großstädte auch in den kommenden Jahren und voraussichtlich sogar Jahrzehnten weiterhin wachsen.

Hierbei ist es keinesfalls so, dass die Menschen direkt in die Städte ziehen. Auch in den Vororten ist viel Bewegung festzustellen. Als Folge ziehen nicht nur die Mieten an, sondern auch das Verkehrsaufkommen steigt unaufhörlich.

Städte sind dem Verkehr nicht gewachsen

Doch auf so viele Verkehrsteilnehmer – insbesondere in Pkws – sind die meisten Städten nicht ausgelegt. Deshalb müssen neue Lösungen gefunden werden, ansonsten könnte so mancher Großstadt bereits in einigen Jahren der Kollaps drohen. Zumal dies keineswegs nur ein Worst-Case Szenario sein muss, einige Städte stecken schon jetzt in ernsthaften Schwierigkeiten.

Glücklicherweise ist man sich in vielen Städten und Metropolregionen dieser Gefahr bewusst. Vor wenigen Tagen fand daher in Stuttgart der internationale Kongress „Cities for Mobility“ statt. Dort trafen sich Experten für Verkehr und Stadtentwicklung, die aus ganz Europa stammen. Ihr Ziel war es, Lösungen für die urbane Mobilität der Zukunft zu diskutieren.

Stuttgart ist ein Paradebeispiel

Mit Stuttgart haben sie einen Ort für ihren Kongress gewählt, der kaum hätte besser sein können. Immerhin ist die Hauptstadt Baden-Württembergs keineswegs nur bedeutsamer Standort der deutschen Automobilindustrie. Ebenso ist sie für ihre ernsthaften Verkehrsprobleme bekannt. In den vergangenen Monaten machte die Stadt mehrfach von sich reden, weil sie die zulässigen Grenzwerte für Feinstaub an viel zu vielen Tagen überschreitet – und es der Stadt trotz grünem Bürgermeister sowie grünem Ministerpräsidenten nicht gelingt, das Problem in den Griff zu bekommen.

So tun sich die Entscheider der Stadt vor allem schwer damit, Verkehrsverbote auszusprechen und z.B. Fahrzeuge mit hohem Feinstaubausstoß vom Verkehrs auszuschließen. Stattdessen appelliert man in Stuttgart an die Vernunft der Kraftfahrer. Allerdings zeigt die Praxis, dass dieses Konzept bislang nicht aufgeht.

Öffentliche Verkehrsmitteln fördern

Auf dem Kongress verdeutlichten mehrere Experten, welche Bedeutung den öffentlichen Verkehrsmitteln bald zukommt. Schon heute spielen sie eine große Rolle, doch in Zukunft werden sie noch wichtiger. Immerhin gilt es gute Alternativen anzubieten, die Kraftfahrer dazu ermutigen, das Auto stehen zu lassen.

In erster Linie bedeutet dies, eine attraktive Infrastruktur zu schaffen. Egal ob Bus, S-Bahn oder Zug: Nur wenn die Infrastruktur überzeugt, wird sie von den Menschen angenommen. Zumal die Praxis zeigt, dass auch die Kosten eine bedeutsame Rolle spielt. In Wien wurde beispielsweise ermittelt, welche Auswirkungen die Ticketpreise haben. Sie wurden vor im Jahr 2012 erheblich gesenkt, sodass eine Jahreskarte nur noch 365 Euro und somit umgerechnet einen Euro pro Tag kostet. Den Verkäufen hat dies gut getan, weil sie sich mit 700.000 Tickets pro Jahr fast verdoppelt haben.

Auch sonst ist des den Verantwortlichen in Wien gelungen, viel zu erreichen. Anfang der 1990er Jahre nutzten noch 40 Prozent der Stadtbewohner das eigene Auto. Seither konnte dieser Wert erheblich abgesenkt werden, er beträgt nur noch 27 Prozent. Allerdings bedeutet dies noch lange nicht, dass in der Innenstadt keine Autos mehr unterwegs sind. Aufgrund des Wachstums der vergangenen Jahre hat sich das Bild auf den Straßen so gut wie nicht verändert.

 

Weitertürende Informationen:

http://www.wiwo.de/technologie/green/megaproblem-verkehr-wie-es-in-den-staedten-zu-loesen-ist/13547026.html

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